Die heiße Phase (Teil 1)

Die Montage, respektive das Zusammensetzen der jeweiligen Dächer, erfolgte mit viel Sorgfalt. Die Leisten, die als Zugschutz dienen und gleichzeitig die beiden Bretter zusammen halten um das Dach zu formen, mussten wegen der langen Schrauben hochkant montiert werden.

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Weil die Leisten somit mit zur tragenden Konstruktion gehören und unter der Belastung nicht platzen dürfen, wurden diese vor gebohrt und noch gefräst, damit der Kopf der Schraube ohne Spannung im Holz versenkt werden konnte.
Leider hat das Holz für die Kästen eine leichte Abweichung, weshalb alle Kästen etwas schief sind. Aus diesem Grund musste diese Arbeit auf den jeweiligen Kasten maß-gefertigt werden.

Durch diese Konstruktion wurden auch mehr Schrauben benötigt als ursprünglich geplant, weshalb uns die im laufe des Tages ausgegangen waren und wir diese Arbeit auf den nächsten Tag verlegen mussten.

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Daher begannen wir vorzeitig mit dem Wetterschutz der Kästen – dem Flämmen mit einem Unkautbrenner.

Dieses Verfahren schließt nicht nur auf natürliche Art und Weise die Poren des Holzes und macht dies widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse (Schimmel, Insekten), es verleiht dem Holz auch ein wunderschönes und rustikales Braun und hebt die Maserung der sehr hellen Fichte sehr gut hervor.

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Das Dach

Das Dach erwies sich zunächst als schwierig. 33-35cm breite Bretter wären hierfür vorgesehen, die es selbst in der Materialstärke mit 24mm nicht gibt.
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Plan A: Siebdruckplatten. Plan B: Leimholz. Beides erwies sich jedoch als schwer finanzierbar, respektive zu teuer.

Plan C: 2 Bretter die durch die Leisten zusammen gehalten werden. Das ganze erhält als Dach eine Teichfolie, die zum einen sehr widerstandsfähig und zum anderen sehr leicht zu verarbeiten ist. Das erneute Problem: Bretter in 18cm Breite waren zwar da, aber klatschnass.

14-11-C03sWegen der schlechten Erfahrung mit nassem Holz entschieden wir uns für 22cm breite, trockene Bretter und schnitten je eins der beiden Bretter entsprechend zurecht das wir auf eine Breite von 35-36cm gekommen sind. Der dadurch entstandene „Schnittabfall“ wird nicht weggeworfen, sondern für die Montage am Ast genutzt.

Danke auch hier an die Krefelder Stiftung für Natur- und Kulturlandschaften für die Finanzierung des Holzes.

1111 Löcher und ein Kasten dazu….

Für die Aufhängung und dem Entgegenwirken der Staunässe wurden über 1100 Löcher im Akkord in das Holz gebohrt. Um schneller voran zu kommen nutzten wir ein Brett als Schablone und bohrten die zwei darunter liegenden Bretter in einem Stück durch.

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Mensch und Material hatten ordentlich zu kämpfen, da der stark aufgeheizte Bohrkopf immer wieder auf nasse Stellen und Harzadern stieß und dadurch regelmäßig stecken blieb. Erst nach einer Erhöhung der Drehzahl, respektive ab 25.000 U/min gelang es uns diesem Problem entgegen zu wirken (Empfohlene Umdrehungszahl lag bei ca. 4.000 U/min.). Der 12mm Holzbohrer wurde dadurch regelmäßig so heiß, dass feiner Holzstaub auf diesem regelrecht in Rauch auf ging.

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Zu guter Letzt wurden die 12mm Löcher noch aus gefräst und von den scharfen Holzsplittern befreit.

Auch bei den Eingangslöchern hatten wir ordentlich zu kämpfen. Ein Bohrer brach unter der Belastung komplett durch. Gut, dass wir eine zweite Lochsäge zur Hand hatten und dadurch ohne Verzögerung weiter arbeiten konnten.

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Mit einem Fächerschleifer für die Bohrmaschine wurden die Eingangslöcher glatt geschliffen.

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Weil das Material dicker war als geplant, mussten für den Dohlenschutz nur drei, statt der geplanten vier Bretter verbaut werden. Durch diese Ersparnis ist sogar ein 11.er Kasten entstanden.

Nistkästen für Steinkäuze entstehen

Rund 10 neue Nistkästen werden mit freundlicher Unterstützung von der Krefelder Stiftung für Natur- und Kulturlandschaften gefertigt.

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Beim größten Holzfachhändler der Stadt stießen wir jedoch auf die erste Hürde: dem Grundmaterial. Wir mussten feststellen, dass das Holz in den vorgegebenen Maßen von 18mm Stärke und 250mm Breite einfach nicht als Ganzes Brett zu bekommen ist. Daher entschieden wir uns für eine geringe Abweichung. 24x240mm Sägerauh geschnitten.

Die 50 Bretter waren schnell verladen und im Nu ging es an die Arbeit diese zusammen zu schrauben.

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Zum Abend hin nahm der Kasten erste Formen an. Aber es gibt noch viel zu tun.

Neue Nistkästen für Steinkäuze

Im September wurde der neue Nistkasten-Bauplan fertiggestellt und veröffentlicht. Dieser entstand in enger Zusammenarbeit mit dem NABU Willich und basiert auf dem erfolgreichem Modell von Harry Abraham.

Das umfassende PDF Dokument kann hier herunter geladen werden:
Steinkauznistkasten nach Abraham 2,0 web

Der Eule die Freiheit geschenkt.

Es ist leider noch immer ein weit verbreiteter Irrtum, dass alle am Boden laufenden Jungvögel verwaist und schutzlos der Wildnis ausgeliefert sind.
Natürlich ist die Gefahr vor Fressfeinden wie Katze, Marder und Co am Boden viel größer als hoch oben im Baum, aber zum einen gehört dies mit zur natürliche Auslese und zum anderen sind die Eltern meist nicht weit von ihrem Schützling entfernt.

Oft dauert es nicht lange, bis eines der Altvögeln ihren Sprössling mit Nahrung versorgen, daher sollte man – sofern der Vogel auch nicht verletzt ist – die Situation einige Stunden oder auch Tage beobachten ehe man beschließt zu handeln. Es kann aber auch vorkommen, dass auch nach mehreren Stunden keines der Elternvögel auftaucht. So auch in dem Fall mit dem Waldkauz.

Ein aufmerksamer Spaziergänger fand die junge Eule bei einem Spaziergang und wartete mehrere Stunden auf die Ankunft der Eltern, hat jedoch die falsche Tageszeit gewählt. Denn Eulen sind, mit wenigen Ausnahmen, dämmerungs- und nachtaktiv und ziehen sich am Tage in ihre Verstecke zurück.

EWaldkauzin ausgewachsener Waldkauz erreicht eine Körperlänge von bis zu 42cm und eine Flügelspannweite von bis zu 96cm. Der Waldkauz hat, wie viele Käuze, ein sehr lockeres Gefieder, was ihn oft größer erscheinen lässt als er tatsächlich ist. Durch sein Baumrinden-farbiges Gefieder ist er im Geäst sehr gut getarnt und meist nur mit viel Glück und einem geübtem Blick zu entdecken.

Er hat einen gut erkennbaren Gesichtsschleier und ein sehr feines Gehör mit dem er sogar einen Regenwurm am Boden orten kann. Das Nahrungsspektrum ist sehr breit und je nach Angebot an Beutetieren unterschiedlich ausgeprägt. Zu den Beutetieren zählen Säugetiere, Vögel, Frösche, Insekten und auch Fische. Darüber hinaus ist er sogar in der Lage Beutetiere schlagen, welche seinem Körpergewicht entsprechen – das können Eichhörnchen aber auch Kaninchen sein.

Der Wald gehört zu seinem bevorzugten Jagdrevier, aber auch in Parkanlagen, Friedhöfen oder Gartensiedlungen kann man ihn schon heute begegnen. Sein Ruf ist ein unverkennbares, flötendes und zum Ende hin leierndes “huuu, hu-huhuhuuuu“, welches im Frühling und im Herbst in der Dunkelheit oft gehört werden kann.
Im Gegensatz zum z.B. Steinkauz ist der Waldkauz vorwiegend nachtaktiv. Sein Aktivitätsbeginn fällt meist in eine Zeit in der für die meisten von uns das Farbsehen in freier Natur endet.

Der Junge Kauz wurde bei der Stadt abgegeben, dort aufgezogen und ausgewildert.
Mitte Juli war es dann soweit, der flügge gewordene Waldkauz bekam am Krefelder Sprudel die Freiheit geschenkt. Mit einigen kräftigen aber leisen Flügelschlägen schwang sich die junge Eule in die schattigen Lüfte des Waldes und verschwand kurze Zeit später im Geäst.
Auch wenn solch ein Anblick noch so schön sein mag, die Handaufzucht ersetzt die Eltern nicht.

Krefelder Rabenvögel

Im Winter sieht man sie wieder oft in großen Schwärmen am Himmel: Rabenvögel.

Vogelschwarm über KrefeldWas so manchem wie eine Filmszene aus Hitchcocks “Die Vögel” anmutet ist in Wahrheit so normal wie der Sonnenauf- und Untergang.
Der Rabenvogel an sich ist nicht nur sehr intelligent, sondern auch sehr gesellig. Er hält sich gerne in Gruppen auf, welche zwischen einem Dutzend bis hin zu über Tausend Individuen zählen können. Besonders im Winter schießen sich die Gruppen zu einem riesigem Schwarm von sogar mehreren tausend Tieren zusammen. Dabei spielt die “Unterart”, also Dohle, Raben- oder Saat-krähe keine Rolle. Es kommen – wie bei einem Klassentreffen – alle zusammen.

Dabei finden die Vögel aus vielen Orten / Stadtteilen zusammen, so dass tatsächlich mancherorts der Eindruck entsteht, der Rabenvogel sei verschwunden oder habe sich explosionsartig vermehrt.

AbflugGemeinsam wird so nicht nur Nahrung gesucht, sondern auch der Schlafplatz angeflogen. Diese Orte haben nicht selten eine sehr lange Tradition bei den Vögeln, wie Veronika Huisman-Fiegen von der Nordrhein-Westfälische Ornithologengesellschaft e.V. (NWO) zu verstehen gibt. Die Tiere bevorzugen in der Regel die örtlich höchsten Stellen wie z.B. hohe Baumkronen, Überlandleitungen und Bauwerke. Der Zusammenhalt bietet in der Nacht einen besonders hohen Schutz und bevor der eigentliche Schlafplatz angeflogen wird, gibt es oft einige Zwischensammelplätze in der Nähe. Von diesen aus fliegt dann der gesamte Schwarm zum Schlafplatz.

Zwischenlandeplatz
Auch während der Brutzeit treffen sich die Rabenvögel um gemeinsam zu nächtigen, allerdings ist die Anzahl der Tiere meist geringer als im Winter. Während die nicht-territorialen Individuen meist früher eintreffen, gesellen sich die Brüter meist später im direktem Anflug paarweise dazu.

Oft sieht man sie wie hier am abendlichem Firmament ihre letzten Runden drehen. Der hier zu sehende Schwarm im nördlichen Krefeld umfasst Schätzungen zu Folge 1000-1400 Vögel.