Hoch hinaus

14-12-08AsNachdem alle Bauarbeiten abgeschlossen sind, ging es an die eigentliche Arbeit: Die Kästen sollen schließlich für regen Steinkauz-Nachwuchs sorgen und dazu müssen sie in den Bäumen montiert werden.
Der tollste Nistkasten bringt nichts, wenn dieser nicht im Baum aufgehängt werden darf. Guter Kontakt zu den Grundstückseigentümern ist daher sehr wichtig für diese Arbeit und daher ging es erst mal ans Klinkenputzen und aussuchen der besten Standorten.
Im Dezember dann war es endlich soweit, die ersten Kästen wurden aufgehängt. Das sah leichter aus als es war. Zunächst war da die Höhe unserer Leitern die nicht überschritten werden konnte. Dann musste der ca. 20 KG leichte Kasten erstmal auf den Ast gehievt werden um zu sehen, wo die Querbalken am sinnvollsten sind und in welcher Richtung das Dach am besten zu öffnen ist.

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Wieder hinunter, Querbalken, Scharniere und Sturmhaken montieren und wieder auf den Ast damit.
Bei der Kälte eine Sisyphusarbeit weil man nicht mit Handschuhen arbeiten kann und nach kurzer Zeit die Motorik der Finger zu wünschen übrig lässt.

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Am Schluss noch mit einer Mischung aus Kleintierstreu (ca. 10l) und Humus (ca. 2l) befüllen und gut verteilen. Fertig! Das Apartment ist eingerichtet und wartet nur noch darauf im Frühling bezogen zu werden.
An der Montage beteiligt waren: Jürgen, Helmut, Wolfgang und Christopher. Danke für die Unterstützung!
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Jetzt müssen nur noch die anderen Kästen montiert werden….

Löcher für den Halt

Damit der Kasten auch auf den Ästen hängen bleibt, muss noch eine Halterung gebaut werden. Vier Querbalken umschließen Zangenförmig den Ast und halten damit den Kasten dort wo er hin gehört ohne, dass der Ast Schaden nimmt.

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Dazu bekamen diese Holzstücke erst Mal je vier 12mm Löcher. Keine leichte Arbeit und schon gar nicht für den Bohrer. Weil die Zeit ein wenig knapp war, wurde auch nicht zimperlich gehandelt. Holz festspannen und mit voller Kraft in das Material.

 

 

 
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Damit das ganze später auch funktioniert, benötigt es noch Gewindestangen. Über diese werden die Querstangen um den Ast geklemmt und halten so den Kasten später auf seiner Position.
Die Stangen sind im Original mit einem Meter zu lang und müssen gekürzt werden – auf 25cm Länge. Das reicht für die meisten Äste völlig aus.
Auch hier ging nach kurzer Zeit Garnichts – das Sägeblatt ist unter der Belastung gebrochen.
Damit die Montage später schneller geht bekommen die Gewindestangen (M8) oben eine Hutmutter fest montiert.

Schaschlik-spieße für das Dach

Im Laufe der Arbeiten kam ein scheinbar irrwitziges, aber dennoch nützliches Material hinzu: Schaschlik-spieße! Am Rand der Dachunterseite getackert bildet diese in der späteren Teichfolie eine Abtropfkannte und verhindert, dass die Wände unnötig viel Wasser ab bekommen.

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Mit einem Handtacker wurden die 130 x 49cm großen Folienstücke auf der unterseite des Daches befestigt. Im Gegensatz zur Dachpappe ist die Folie nicht nur leichter zu verarbeiten, sondern hat auch ein niedrigeres Gewicht.

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Nach einigen Stunden waren alle Dächer mit dieser Folie ausgestattet.
Dieses Dach besteht aus zwei Folien. Sie sind an den kritischen Stellen zwei Mal zusammengerollt und schließen damit auch wasserdicht. (Sowas ginge mit einer Dachpappe nicht)
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Parallel dazu erhielten auch noch die restlichen Kästen das beidseitig aufgesprühte NABU-Logo.

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Unser Testkasten hat sich schon im Wettertest gut gehalten.

Die heiße Phase (Teil 1)

Die Montage, respektive das Zusammensetzen der jeweiligen Dächer, erfolgte mit viel Sorgfalt. Die Leisten, die als Zugschutz dienen und gleichzeitig die beiden Bretter zusammen halten um das Dach zu formen, mussten wegen der langen Schrauben hochkant montiert werden.

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Weil die Leisten somit mit zur tragenden Konstruktion gehören und unter der Belastung nicht platzen dürfen, wurden diese vor gebohrt und noch gefräst, damit der Kopf der Schraube ohne Spannung im Holz versenkt werden konnte.
Leider hat das Holz für die Kästen eine leichte Abweichung, weshalb alle Kästen etwas schief sind. Aus diesem Grund musste diese Arbeit auf den jeweiligen Kasten maß-gefertigt werden.

Durch diese Konstruktion wurden auch mehr Schrauben benötigt als ursprünglich geplant, weshalb uns die im laufe des Tages ausgegangen waren und wir diese Arbeit auf den nächsten Tag verlegen mussten.

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Daher begannen wir vorzeitig mit dem Wetterschutz der Kästen – dem Flämmen mit einem Unkautbrenner.

Dieses Verfahren schließt nicht nur auf natürliche Art und Weise die Poren des Holzes und macht dies widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse (Schimmel, Insekten), es verleiht dem Holz auch ein wunderschönes und rustikales Braun und hebt die Maserung der sehr hellen Fichte sehr gut hervor.

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Das Dach

Das Dach erwies sich zunächst als schwierig. 33-35cm breite Bretter wären hierfür vorgesehen, die es selbst in der Materialstärke mit 24mm nicht gibt.
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Plan A: Siebdruckplatten. Plan B: Leimholz. Beides erwies sich jedoch als schwer finanzierbar, respektive zu teuer.

Plan C: 2 Bretter die durch die Leisten zusammen gehalten werden. Das ganze erhält als Dach eine Teichfolie, die zum einen sehr widerstandsfähig und zum anderen sehr leicht zu verarbeiten ist. Das erneute Problem: Bretter in 18cm Breite waren zwar da, aber klatschnass.

14-11-C03sWegen der schlechten Erfahrung mit nassem Holz entschieden wir uns für 22cm breite, trockene Bretter und schnitten je eins der beiden Bretter entsprechend zurecht das wir auf eine Breite von 35-36cm gekommen sind. Der dadurch entstandene „Schnittabfall“ wird nicht weggeworfen, sondern für die Montage am Ast genutzt.

Danke auch hier an die Krefelder Stiftung für Natur- und Kulturlandschaften für die Finanzierung des Holzes.

1111 Löcher und ein Kasten dazu….

Für die Aufhängung und dem Entgegenwirken der Staunässe wurden über 1100 Löcher im Akkord in das Holz gebohrt. Um schneller voran zu kommen nutzten wir ein Brett als Schablone und bohrten die zwei darunter liegenden Bretter in einem Stück durch.

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Mensch und Material hatten ordentlich zu kämpfen, da der stark aufgeheizte Bohrkopf immer wieder auf nasse Stellen und Harzadern stieß und dadurch regelmäßig stecken blieb. Erst nach einer Erhöhung der Drehzahl, respektive ab 25.000 U/min gelang es uns diesem Problem entgegen zu wirken (Empfohlene Umdrehungszahl lag bei ca. 4.000 U/min.). Der 12mm Holzbohrer wurde dadurch regelmäßig so heiß, dass feiner Holzstaub auf diesem regelrecht in Rauch auf ging.

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Zu guter Letzt wurden die 12mm Löcher noch aus gefräst und von den scharfen Holzsplittern befreit.

Auch bei den Eingangslöchern hatten wir ordentlich zu kämpfen. Ein Bohrer brach unter der Belastung komplett durch. Gut, dass wir eine zweite Lochsäge zur Hand hatten und dadurch ohne Verzögerung weiter arbeiten konnten.

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Mit einem Fächerschleifer für die Bohrmaschine wurden die Eingangslöcher glatt geschliffen.

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Weil das Material dicker war als geplant, mussten für den Dohlenschutz nur drei, statt der geplanten vier Bretter verbaut werden. Durch diese Ersparnis ist sogar ein 11.er Kasten entstanden.